Der „War for Talents“ ist in aller Munde, gute Mitarbeiter werden händeringend gesucht. Vor diesem Hintergrund ist es kaum verwunderlich, dass immer wieder neue Start-Ups versuchen, die Gunst der Stunde zu nutzen und mit ihren Lösungen die Bedürfnisse der Unternehmen, aber auch der Bewerber, zu adressieren. Insgesamt konnten im Rahmen einer LSP-Analyse über 80 neu gegründete Start-Ups mit Fokus auf Rekrutierungslösungen seit 2014 identifiziert werden. Untersucht wurden dabei Start-Ups mit Hauptsitz in Deutschland, die eine Lösung für eine Phase des Recruiting-Prozesses anbieten. Dieser wurde in die vier Phasen „(1) Vorarbeiten“ (z.B. Erstellung von Stellenanzeigen), „(2) Finden“ (z.B. Plattformen zum Matching von Unternehmen und Kandidaten), „(3) Gewinnen, Halten, Selektieren“ (z.B. das automatisierte Screening von Bewerbungsunterlagen) und „(4) Einstellen“ (z.B. die Erstellung von Arbeitsverträgen) differenziert.
Dabei fällt auf, dass die Diversität der angebotenen Lösungen kontinuierlich steigt. Lag der Fokus in den Jahren 2015 und 2016 noch eindeutig auf der Phase des „Findens“, zeigt sich, dass mittlerweile immer mehr Start-Ups weitere Phasen des Recruitings-Prozess adressiert. Die angebotenen Lösungen reichen dabei von der autonomen Erstellung und Überarbeitung von Stellenanzeigen auf Basis von Machine Learning Algorithmen bis hin zu voll automatisierten Bewerbungsprozessen inkl. Bewerbungsgesprächen über virtuelle Assistenten wie z.B. Alexa. Plattformmodelle stehen dabei, wie so häufig im Rahmen der Digitalisierung, ganz oben auf der Agenda der neu gegründeten Unternehmen.
Das Mekka der Recruiting Start-Ups sitzt wie zu erwarten in Berlin, gefolgt von Hamburg und München.
